Glück gehabt! – Split

von Bernd Holzmann am 04.05.2019 / in Blog

Vom schönen Trogir sind wir ja in das, soviel sei vorweggenommen, noch viel schönere Split gesegelt. Wir wollten nördlich von Split in den Hafen des Segelvereins Spinut. Leider wurden wir da mehrfach von verschiedensten Leuten abgewiesen. Sogar den Präsidenten habe ich angerufen und auch der hat mir erklärt: das sei ein Sportseglerhafen und da dürfen nur Schiffe mit kroatischer Flagge rein. Und unsere Gastlandflagge zählte da leider nicht😀
Wir haben dann in der Nähe geankert. Kostenlos und zunächst ruhig. Für 2 Uhr nachts war dann angekündigt, dass der Wind um 180 Grad dreht und von 2 auf 5 Windstärken zunimmt. Um Mitternacht hatte er schon gedreht und ich dachte es sei eine gute Idee den Anker gleich nochmal neu einzufahren. Das haben wir dann noch getan, aber im ersten Versuch hielt er dann nicht, der neue Super-Rocna😉.
Also nochmal hoch und wieder runter und dann hielt er wieder bombig. Aber das wusste ich ja nicht… Daher bin ich dann ab 1 Uhr jede Stunde aufgestanden, habe den Anker, unsere Position und die Wassertiefe überprüft. Vor lauter „Angst“ war ich immer schon vor dem Wecker wieder wach. War alles prima, nur ich ziemlich im Eimer nach der Nacht. Aufgefrischt ist der Wind übrigens erst um 9 Uhr. Bis dahin wehte nur ein Lüftchen.
Gegen Mittag sind wir dann mit Motor das kurze Stück in die ACI Marina in Split gefahren. Die Fahrt sollte nur 45 Minuten dauern, aber wir brauchten mehr als doppelt so lang. 6 Windstärken und ordentliche Wellen von vorne. Adelante hüpfte mit 2-3 Knoten hindurch und wurde gut nass.
Selbst im Hafen war mächtig Wind. Um, wie hier üblich, rückwärts anzulegen wollte ich das Schiff im Rückwärtsgang gegen den Wind drehen, was mir in mehreren Versuchen nicht gelang. Am Ende halfen uns ein weiterer Segler mit einem großen Fender und ein Hafenangestellter an Land und wir fuhren zunächst mit dem Bug an den Steg und drehten das Schiff dann mit Leinen. Um Adelante bei dem Wind überhaupt irgendwie zu steuern musste ich ständig mit Vollgas vor und zurück fahren. Irgendwann lagen wir dann gut und halfen 3 weiteren Schiffen anzulegen, die sich noch schlechter anstellten. Aber von denen hatte auch keiner Angst um seine Charteryacht und auch nicht unbedingt davor andere Schiffe zu beschädigen. Und da zumindest unsere direkten Nachbarn auch noch unbeholfener waren, halfen wir natürlich doppelt so gern.

Als alle Boote gut gesichert waren ging ich unter Deck und schaute in die Bilge (der tiefste Bereich des Schiffes). Bei solchen Vollgas-rückwärts-Manövern ist da immer etwas Wasser drin. Ich vermute das kommt über die Abdichtung der Antriebswelle. Aber dieses Mal war da sehr viel Wasser. Es war klar, dass das etwas Neues war. Ich habe befürchtet dass es Kühlwasser ist, das direkt aus dem Motor kommt. Der Motor wird mit Seewasser gekühlt und er ist, wie das Schiff, schon 42 Jahre alt.
Es war Kühlwasser, aber nicht der Motor ist geplatzt, sondern „nur“ der Abgasschlauch. Wahrscheinlich war der auch schon 42. Durch den werden die Abgase zusammen mit dem Kühlwasser nach draußen geführt.
Es standen also mal wieder Basteltage in der Backskiste an. Aber zunächst galt es einen neuen Abgasschlauch zu bekommen. Hier im Hafen gab es sogar 2 Läden, die mir das 3,5 m Monster besorgen könnten, aber erst in der nächsten Woche. Wann konnten sie nicht sagen…
18 km von hier habe ich dann eine Außenstelle der deutschen Firma Hansa-Flex gefunden, die tatsächlich den passenden Schlauch hatten! Also sind wir ins Taxi (erstmalig mit Uber), dahin und haben den Schlauch gekauft.

Abends sind wir uns erst mal Split ansehen gegangen. Und das ist wunderschön! Die schönste Stadt bisher. Und wir haben ein kleines Restaurant gefunden in dem wir dann auch noch super gegessen haben. Der Tag war also noch knapp gerettet worden🙃
Heute war nachmittags Regen angesagt, so dass wir den Vormittag zu einem weiteren Stadtrundgang nutzten und ich Mittags in die Backskiste geklettert bin. Die Demontage des alten Schlauchs war sehr schwierig, weil man sich in dessen Nähe (siehe Foto) kaum bewegen kann und er mit seiner Drahtverstärkung auch selbst kaum zu bewegen war. Also mit dem Messer den Kunststoff abschälen und den Draht mehrfach abzwicken. Es ging! Aber ich dachte, da bekomme ich nie mehr den neuen Schlauch drauf. Nun, manchmal geht’s dann doch einfacher als befürchtet. Die Montage war relativ easy und der Motor läuft wieder ohne, dass er Wasser und Abgase in‘s Schiff pumpt.
Das ganz oben erwähnte Glück war natürlich, dass der Schlauch erst hier im Hafen geplatzt sein muss. Denn durch den kleinen Riss (Foto) wird ganz schön viel Wasser gepumpt und wenn dass schon auf dem Weg nach Split passiert wäre, dann hätten wir richtig Wasser im Schiff und ein ganz anderes Problem gehabt…

Es geht weiter! Morgen ein paar Museen in Split und dann segeln wir nach Brač, wo heute unser Segelfreunde Rainer angekommen ist…
Aktuelle Position:


2 Kommentare

  • Michaela says:

    Hallo ihr Lieben,
    na bei euch ist ja was los!
    Johannes war sehr mitfühlend, was die Arbeit in der Backskiste angeht!
    Aber unter dem Strich habt ihr echt Glück gehabt.
    Split hat uns auch soooooo beeindruckt! Und jetzt kommt ja auch noch Korcula!😁.
    Wir rüsten uns auch schon wieder für die nächste Reise, am 22. Mai geht’s los und wer weiß, vielleicht begegnen wir uns ja noch mal……
    Liebe Grüße
    Michaela und Johannes

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