Argostoli auf Kefalonia – Überfahrt von Italien

von Bernd Holzmann auf am 18.08.2019 / in Blog

Gestern früh um 5:45 sind wir aus Crotone an Italiens Schuhsohle nach Argostoli auf Kefalonia in Griechenland gestartet. Mit 172 Seemeilen unsere mit Abstand längst Fahrt. Bei durchschnittlich 5 Knoten sollte das über 34 Stunden dauern.
Die Wetterberichte sagten bis kurz vor dem Ziel konstant 5 Bft voraus. Das ist schon viel, wenn bedenkt dass dazu auch Wellen gehören und wir Nachts ggf nichts sehen.
Naja, ich hatte jedenfalls Respekt davor und so haben wir am Vorabend die große Genua (37 qm) gegen unsere kleinste (17,5 qm) getauscht. Und auch das Großsegel haben wir schonmal vorsorglich verkleinert (Reff 2).
Und dann sind wir aus dem Hafen und es gab zunächst kaum Wind. Wir haben kurz überlegt auf dem Wasser die Genua wieder zu tauschen, was ein Riesenakt wäre, auch weil wir weg dem Beiboot auf dem Vordeck keinen Platz haben.
Die Idee haben wir also verworfen und das war gut so. Denn kurz später ging es richtig ab. Und es waren konstant 4 oder 5 Bft und recht große Wellen. Beides achterlich von Backbord.
Das Reff haben wir doch aus dem Groß genommen. Mit der kleinen Genua und dem kompletten Großsegel sind wir dann über 140 Seemeilen immer um die 6 Knoten und mehr gesegelt.
Adelante haben wir zunächst von Hand gesteuert. Im 3 h Rhythmus haben Berit und ich uns abgewechselt. Als es dann dunkel wurde haben wir den Autopiloten Bill aktiviert. Und der hat das so gut gemacht, dass wir ihn auch am Morgen steuern ließen. Wir haben dennoch unsere 3 h Wachen gehalten um Bill und die Segel ggf anders einzustellen falls sich Wind und Welle ändern.
Den größten Teil der Fahrt war ich 1. müde und hatte 2. Angst davor, dass der Wind doch noch zunimmt. Denn dann hätten wir das Groß wieder reffen müssen, dazu auf Vordeck klettern und das Boot in den Wind stellen und dabei gut duschen können (von der Möglichkeit über Bord zu gehen mal abgesehen).
Teilweise hat es aber auch Spaß gemacht. So zum Beispiel als ich Berit um 0 Uhr abgelöst habe. Unter Deck war es sehr laut, alles knarzte, die Wellen rauschten am Bug vorbei oder schlugen dagegen. Als ich dann raus kam schien der Mond sehr hell und ich sah das Wasser am uns vorbei rauschen. Die Segel standen prima und Bill steuerte uns stabil geradeaus. Ein Gefühl wie auf einem der Rennboote vom Volvo Ocean Race (nur dass die statt 7 kn über 30 kn fahren:)).
Nach 142 Seemeilen war die Rauschefahrt vorbei und der Wind plötzlich weg, die Wellen blieben. Also Motor an. Später sind wir nochmal kurz gesegelt und dann, nach genau 30 h haben wir in Argostoli angelegt und erst mal etwas geschlafen.
Bin mir noch nicht sicher ob ich so eine lange Überfahrt nochmal machen würde. Vielleicht mit einer Person mehr an Bord…

Yesterday morning at 5:45 we started from Crotone on Italy’s shoe soles to Argostoli on Kefalonia in Greece. With 172 nautical miles by far our longest trip. At an average of 5 knots this should take over 34 hours.
The weather forecasts predicted a constant 5 Bft until shortly before the finish. That’s a lot, considering that this includes waves and max not see anything at night.
Well, at least I had respect for it and so we exchanged the big Genoa (37 square meters) for our smallest (17.5 square meters) the night before. And also the mainsail we have precautionary reduced (Reff 2).
And then we started, where just out of the harbor and there was hardly any wind at first. We briefly considered changing the genoa again on the water, which would be a huge act, also because we have no room on the foredeck since the dinghy is mounted there.
So we rejected the idea and that was good. Because shortly after it started with constant 4 or 5 Bft and quite big waves. Both aft of port.
The reef we have taken from the mainsail. With the small genoa and the complete mainsail, we sailed for about 140 nautical miles around the 6 knots and more.
Adelante was initially controlled by hand. In a 3 hour rhythm Berit and I alternated. When it got dark we activated the autopilot Bill. And he did it so well that we didn’t stop him anymore. Nevertheless, we have kept our 3 hour shifts to adjust Bill and the sails if necessary if wind and waves change.
I was 1. tired for the most part of the journey and I was 2. afraid that the wind would still increase. Because then we would have had to reef the mainsail again, climb on the foredeck and put the boat in the wind while taking a good shower (apart from the possibility to go overboard).
Partly it was also fun. For example, when I replaced Berit at midnight. Below deck it was very loud, everything creaked, the waves rushed past the bow or hit it. When I came out then the moon was very bright and I saw the water rushing past us. The sails were great and Bill steered us straight ahead. A feeling like on one of the racing boats of the Volvo Ocean Race (only that they do 30 knots instead of 7 :)).
After 142 nautical miles the fun was over and the wind suddenly disappeared, the waves remained. So engine on. Later we sailed again for a short time and then, after exactly 30 h we moored in Argostoli and slept a bit.
Not sure if I’d like to repeat such a long trip with our boat. Maybe with one more person on board…



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