Rund Peloponnes

am 22.05.2021 / in Blog

Liebe Freunde,
wir sind wieder auf Adelante unterwegs und das schon seit etwa einer Woche. In der Woche war so viel los, dass ich noch nicht zum Schreiben kam.
Unser Plan ist es Adelante in 4 Wochen von Poros in Griechenland nach Koper in Slowenien zu bringen. Von da soll sie dann wieder mit einem Schwertransporter nach Berlin gelangen.
Am Abflugtag habe ich noch gelesen, dass der Korinthkanal gesperrt ist! Das heißt, wir müssen um den Peloponnes segeln. Etwa 300 km mehr als geplant!
Wegen Corona hat sich unser Start etwas verschoben, aber am 13.05. sind Berit, Lucy und ich frisch getestet nach Athen geflogen und von da mit einem Mietwagen zu Adelante nach Poros gefahren.
An Flughafen in Berlin haben wir unsere Segelfreunde Sabine und Joachim Parbat aus unserem Berliner Segelclub SV03 getroffen. Die beiden haben ihr Schiff dauerhaft im Mittelmeer und aktuell auch in Poros. Neben Bootsreparaturen und- reinigung haben wir 2 schöne Abende miteinander verbracht.
Dann ging es los. Am Samstag haben die griechischen Behörden das Segeln erlaubt, am Sonntag hat Takis unser Schiff in‘s Wasser gehoben und wir sind gleich losgesegelt.
Zunächst wollten wir nach Hydra. Dieser wunderschöne Hafen ist in der Saison oft überlaufen und sollte doch an dem Tag frei sein, dachten wir.
Leider war er so voll mit Megamotoryachten, dass auch für unser kleines Schiffchen keine Lücke zu finden war.
Also segelten wir weiter nach Ermioni.
Am nächsten Tag ging es von da nach Monemvasia. Der Wind kam meist, wie auch bis heute jeden Tag, von vorne! Das macht die ganze Reise auch bei wenig Wind recht anstrengend, weil wir entweder kreuzen und wenig voran kommen oder mit Motor fahren müssen.
In Monemvasia hatten wir einen schönen Abend in der tollen Altstadt.
Der nächste lange Tripp ging um das berüchtigte Kap Maléas nach Porto Kayo. Weil am Nachmittag der Wind auf 6 Bft von vorne auffrischen sollte, sind wir morgens früh um 5 Uhr los. Ums Kap war es windstill. Danach beschlossen wir (leider) gegen den Wind zu segeln, statt wie geplant mit Motor den kürzesten und schnellsten Weg zu nehmen.
Eine ganze Zeit segelten wir schön, aber nicht unbedingt auf das Ziel zu. Die errechnete Ankunftszeit wurde immer später, bis wir dann bei leicht auffrischendem Wind wieder den Motor anschmissen und direkt auf Porto Kayo zuhielten. Der Wind frischte weiter auf, es kamen recht hohe Wellen auf uns zu, viel Wasser ging über das Schiff. Wir waren alle 3 schnell klitschnass und froren uns einen ab. Rettungswesten angelegt, 2 Reffs in Groß, keine Genua und Motor nahe an Vollgas kamen wir nur ganz langsam in Richtung Ziel. Bei zeitweise minutenlangen 8 Beaufort, kreuzten wir unter Motor auf das Ziel zu und dachten, nur noch 5 sm von Porto Kayo entfernt, wir könnten die Bucht garnicht erreichen. Die nächste Alternative war 20 sm weiter nördlich. Weitere 4 Stunden. Eine gruselige Vorstellung. Zwischenzeitlich ist der Motor 2 mal fast ausgegangen und ist am Ende nicht mehr Vollgas gefahren.
Irgendwann haben wir es dann geschafft, fanden einen relativ ruhigen Ankerplatz und waren ziemlich im Eimer. Puh!!
Am nächsten Morgen habe ich den Dieselfilter notdürftig gereinigt. Ausnahmsweise hatte ich keinen Ersatz dabei!
Deshalb war unser nächstes Ziel, ein weiterer Umweg, Kalamata um dort u.a. einen neuen Filter zu kaufen.
Auch unser Herd, ein Wallas Petroleumkocher, ging nicht mehr, weil über den Kamin viel Wasser in den Kocher gelaufen ist.
Filter habe ich bekommen, nach mehreren Versuchen mit viel Diesel im Schiff und am Bernd war der neue dann auch dicht.
Unsere Segelbeleuchtung konnte ich auch noch reparieren. Nur den Kocher nicht. Somit hatten wir erstmal nur einen Wasserkocher, wenn wir 220V Landstrom haben und einen einfachen CampingGaz Kocher.
In den folgenden Tagen habe ich viel herumtelefoniert, dann festgestellt, dass der Glühwedel, der den Kocher zündet gebrochen ist. Sowas kann man, glaube ich, weder löten noch schweißen. Am Dienstag bestelle ich einen neuen und lasse ihn nach Korfu oder Süditalien schicken. Aktuell konnten wir ihn notdürftig reparieren: Berit hat den abgebrochenen Draht (in Form einer Spiralfeder) irgendwie zusammengetüddelt (ein norddeutscher Fachbegriff). Und jetzt geht er erstmal wieder😁
Ja und dann sind wir noch nach Pylos an die Westküste gesegelt, sind somit nun im Ionischen Meer. Aktuell motoren wir gerade nach Katakolon. Dort gibt’s einen großen Hafen und eine Autovermietung, weil man von da gut nach Olympia kommen kann. Aber ich miete mir da später ein Auto, fahre 350km zum Flughafen nach Athen um Nele abzuholen. Ab Morgen segeln wir dann zu viert auf Adelante!

This post was made at: 37°28.119N | 21°24.627E

1 Kommentar

  • Christoph says:

    Hallo Ihr drei,
    viel Spaß und genießt die Zeit. Hoffentlich wird es hier auch bald wettertechnisch schöner.
    Viele Grüße aus dem Hessenland und meldet Euch wieder mit Berichten.
    Christoph

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